Franks Alpin Seite - Schwierigkeitsbewertungen
Ich lehne mich an die Schwierigkeitsbewertungen des SAC für Hochtouren an. Für Kletterstellen/routen gibt es natürlich die UIAA Bewertung. Natürlich sind Bewertungen immer so eine Sache, stark abhängig von der eigenen Leistungsfähigkeit, den äußeren aktuellen Umstellen, wie Wetter, Schnee/Eiszustand oder aber auch der Seilschaftszusammensetzung ab. Man kann solche Bewertungen also nur als Richtwert sehen. Auch wenn ich hier Angaben dazu machen, weiße ich ausdrücklich darauf hin, das aus diese Angaben ohne Gewähr sind und deshalb auch keine rechtlichen Ansprüche daraus erhoben werden können.
1. Für die Gesamtbewertung einer Route gilt der Spitzenwert der Hauptkriterien.
2. Ab dem Grad WS kann mit + und - noch fein abgestuft werden.
3. Im Beschreibungskopf wird bei grösseren Abweichungen innerhalb der Route der Bereich angegeben:
„ZS+, Anstieg zum Gipfelgrat WS“.
4. Kommt eines der Hilfskriterien erschwerend dazu, wird der Grad um 1/3 Stufe angehoben (z.B. von WS+
auf ZS-), bei mehreren um 2/3 Stufen (von S+ auf SS).
5. Für die Kletterstellen gilt die UIAA-Skala (mit römischen Ziffern).
6. Beim Grad AS und erst recht bei EX kommt für die Clubführer höchstens eine Auswahl in Frage.
| Grad | Fels | UIAA | Firn und Gletscher | Beispiel | |
|
L (Leicht) |
einfaches Gehgelände (Geröll, einfacher Blockgrat) | ab I | einfache Firnhänge, kaum Spalten |
Wildhorn Normalroute, Breithorn SSW-Flanke |
|
|
WS (Wenig Schwierig) |
- + |
meistens noch Gehgelände, erhöhte Trittsicherheit nötig, Kletterstellen übersichtlich und problemlos | ab II | in der Regel wenig steile Hänge, kurze steilere Passagen, wenig Spalten |
Balmhorn Normalroute, Nadelhorn NE-Grat, Gross Fiescherhorn |
| ZS (Ziemlich Schwierig) |
- + |
wiederholte Sicherung notwendig,längere und exponierte Kletterstellen | ab III | steilere Hänge, gelegentlich Standplatzssicherung, viele Spalten, kleiner Bergschrund | Diamantstock- Ostgrat, Dent Blanche S-Grat, Schreckhorn SW-Grat |
| S (Schwierig) |
- + |
guter Routensinn und effiziente Seilhandhabung erforderlich, lange Kletterstellen, erfordern meistens Standplatzsicherung | ab IV | sehr steile Hänge, meistens Standplatzsicherung notwendig, viele Spalten, grosser Bergschrund |
Eiger Mittelegigrat, Matterhorn Zmuttgrat |
| SS (Sehr Schwierig) |
- + |
in den schwierigen Abschnitten durchgehende Standplatzsicherung nötig, anhaltend anspruchsvolle Kletterei |
ab V | anhaltendes Steilgelände, durchgehende Standplatzsicherung | Doldenhorn Ostgrat, Liskamm NE-Wand |
| AS (Äusserst Schwierig) |
- + |
Wanddurchstiege, die grosses Engagement erfordern |
ab VI | sehr steile und senkrechte Stellen, erfordern Eiskletterei | Eiger Nordwand, Matterhorn Bonattiroute |
| EX (Extrem Schwierig) |
- + |
extrem steile, teilweise überhängende Wanddurchstiege | ab VII | Eiskletterei extremster Richtung | Eiger Tschechenrouten |
|
Hilfskriterien
|
|||||
| Grad | Beschreibung |
| I | Geringe Schwierigkeiten. Einfachste Form der Felskletterei (kein leichtes Gehgelände!). Die Hände sind zur Unterstützung des Gleichgewichtes erforderlich. Anfänger müssen am Seil gesichert werden. Schwindelfreiheit bereits erforderlich. |
| II | Mässige Schwierigkeiten. Fortbewegung mit einfachen Tritt- und Griffkombinationen (Drei-Haltepunkte-Technik). |
| III | Mittlere Schwierigkeiten. Zwischensicherungen an exponierten Stellen empfehlenswert. Senkrechte Stellen oder gutgriffige Überhänge verlangen bereits Kraftaufwand. |
| IV | Grosse Schwierigkeiten. Erhebliche Klettererfahrung notwendig. Längere Kletterstellen erfordern meist mehrere Zwischensicherungen. |
| V | Sehr grosse Schwierigkeiten. Zunehmende Anzahl der Zwischensicherungen ist die Regel. Erhöhte Anforderungen an körperliche Voraussetzungen, Klettertechnik und Erfahrung. Lange hochalpine Routen im Schwierigkeitsgrad V zählen bereits zu den ganz grossen Unternehmungen in den Alpen |
| VI | Überaus grosse Schwierigkeiten. Die Kletterei erfordert überdurchschnittliches Können und guten Trainingsstand. Grosse Ausgesetztheit, oft verbunden mit kleinen Standplätzen. Passagen dieser Schwierigkeit können in der Regel nur bei guten Bedingungen bezwungen werden. (Manchmal kombiniert mit künstlicher Kletterei: A1 bis A4). |
| VII | Aussergewöhnliche Schwierigkeiten. Ein durch gesteigertes Training und verbesserte Ausrüstung erreichter Schwierigkeitsgrad. Auch sehr gute Kletterer benötigen ein an die Gesteinsart angepasstes Training, um Passagen dieser Schwierigkeit sturzfrei zu meistern. Neben akrobatischem Klettervermögen ist das Beherrschen ausgefeilter Sicherungstechnik unerlässlich. |
| VIII-XI | Eine verbale Definition ist hier nicht möglich. Es handelt sich um eine weitere Steigerung der zu bewältigenden Schwierigkeiten, die an das Kletterkönnen und die physische wie auch psychische Leistungsfähigkeit immer höhere Anforderungen stellen. |
| Die Gradabstufung kann durch die Bezeichnung wie "ausgesetzt", "heikel", "athletisch" usw. ergänzt werden. Der erforderliche Kraftaufwand (Grad der Anstrengung) wird wie folgt umschrieben: wenig anstrengend, ziemlich anstrengend, anstrengend, sehr anstrengend. |
|
| Bezeichnung T(rekking) |
Weg und Gelände (Gletscher, nur wenn aper und seilfrei begehbar) |
Anforderungen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| T1 Wandern |
Weg gut gebahnt. Falls nach SAW-Normen markiert: |
Keine, auch mit Turnschuhen gut machbar. Orientierung problemlos, auch ohne Karte möglich. |
Männlichen – Kl. Scheidegg, Cabane Mont Raimeux. |
| T2 Bergwandern |
Weg mit durchgehendem Trassee und ausgeglichenen Steigungen. Falls markiert: |
Etwas Trittsicherheit, Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen. |
Die meisten der einfachen Hüttenwege (Wildhornhütte, Bergseehütte). |
| T3 anspruchvolles Bergwandern |
Am Boden ist meist noch eine Spur vorhanden, ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein, evtl. braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Falls markiert: |
Gute Trittsicherheit, gute Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orientierungsvermögen, elementare alpine Erfahrung. |
Hohtürli, Grosser Mythen, Pizzo Centrale vom Gotthardpass. |
| T4 Alpinwandern |
Weg nicht überall sichtbar, Route teilweise weglos, an gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Falls markiert: |
Vertrautheit mit exponiertem Gelände, stabile Trekkingschuhe, gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. |
Div. Hüttenwege wie z. B. zur Schreckhorn-, Dossenhütte. Hockenhorn. |
| T5 anspruchvolles Alpinwandern |
Oft weglos, einzelne einfache Kletterstellen bis II. Falls markiert: |
Stabile Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung und elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil. |
Pass Cacciabella Sud, Gipfel Campo Tencia. |
| T6 schwieriges Alpinwandern |
Meist weglos, Kletterstellen bis II, meist nicht markiert. Häufig sehr exponiert, heikles Schrofengelände, Gletscher mit Ausrutschgefahr. | Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen und sehr sichere Geländebeurteilung. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. |
Via Alta Verzasca, Glärnisch Guppengrat |
Leider gibt es im Wanderbereich keine einheitliche Kennzeichung in dem Alpen. Die Darstellung oben T1 bis T6 findet man zwar recht häufig, aber gerade beim DAV wird eine andere Einteilung vorgenommen:
| Bezeichung | Markierung | Beschreibung | |
| Talwege | breite Wege mit keiner oder geringer Steigung, keine Absturtzgefahr |
||
| Leichte Bergewege | überwiegend schmall, können steil sein aber ohne Absturzsgefahr |
||
| Mitelschwere Bergwege |
überwiegend schmall, oft steil, können absturtz- gefährliche sowie kurze versichterte Passagen entahlten. |
||
| Schwere Bergwege | ![]() |
small, oft steil und absturzgefährlich angelegt, häufig versicherte Passagen und/oder einfache Kletterstellen. |
Zum vergleich noch eine Vergleich der Kategorien in aus der DAV BergwanderCard
