S: leicht
D: 9 Std.

Kleinwalsertaler Gaisshorn (2366m) Zeige in Karte

 

Das sollte also mein ersten Berg nach über 10 Jahren Bergabstinenz werden. Ein Rundweg ausgehend von Mittelberg durchs Gemsteltal auf's Gaißhorn, weiter zur Mindelheimer Hütte und durchs Wildenbachtal wieder zurück nach Mittelberg. Angesetzte Zeit 10 Stunden.

Los ging's morgens früh gegen halb acht in Richtung Gemstelbachtal. Einen breiten Feldweg folgend, der im weiteren Verlaufe immer schmaler wurde, bis zum Talschluss. Ab der Untergemstelalpe begann dann der richtige Aufstieg zur Obergemstelalpe. Gute 370 Höhenmeter galt es zu überwinden. Da der Weg aber durch eine kleine Klamm führt, wird man zwischendurch auch für die Strapazen belohnt. An der Alm angelangt nimmt man den linken Weg Richtung Geißhorn/Mindelheimer Hütte. Es geht immer weiter bergan bis zum Punkt 1982 angelangt.

Dort finden man (zumindest im Jahe 2005) dieses wunderbare Schild und man fragt sich dann doch, ob die Alpen zumindest in diesem Teil nicht doch etwas über erschlossen sind. Aber was soll's, ich war ja schließlich lange nicht mehr da und über jede Info glücklich. Dort stand also, die ich nur noch 50 Minuten bergan laufen musste, um nach vielen langen Jahren wieder auf einem Gipfel der Alpen zu stehen.

Gipfelkreuz Gaishorn

Nach nur 35 Minten war es dann auch so weit, ich stand auf dem Gipfel, nicht ohne vorher schon ein Bild von meinen nächsten Etappenziel zu machen, der Mindelheimer Hütte. Der Weg war recht unangenehm (für Anfänger). Der Weg läuft über den Grashang auf der Westseite des Grades. Es ist eigentlich gar kein Weg, sondern vielmehr einzelne Tritte, die sich wohl im Laufe der Jahre so ausgetreten haben. Es hatte leicht geregnet und somit war das Gras unangenehm rutschig und man mußte schon aufpassen wo man hin tritt. Was mich aber richtig überraschte, war das kalte Wetter. Immerhin war es August und so wahnsinnig hoch war ich ja auch nicht, aber mein Thermometer zeigte irgendwas von 3° Celsius an (Mittlerweile bin ich schlauer und weiß, das es auch im Hochsommer sehr oft sehr kalt auf den Bergspitzen ist). Obwohl ich eigentlich nicht damit gerechnet hatte, hatte ich Jacken und Pullis dabei, so dass ich nicht frieren musste. Auf dem Gipfel hab ich dann erstmal die Ruhe und die Aussicht genossen, etwas zu Essen gab's auch und dann machte ich mich auf zur Mindelheimer Hütte.

Mindelheimer Hütte Dazu zuerst ging es dann erstmal die Grasmatte wieder runter, was auch nicht angenehmer war als rauf. In Richtung Mindelheimer Hütte kann man dann eine 'kleine' Abkürzung nehmen und gelangt bald wieder auf den 'offiziellen' Wanderweg. Dieser führt einen am Ost-Süd Ost-Hang entlang über den Sattel zwischen Gaishorn Wildengundkopfund, vorbei am Liechelkopf und Angererkopf zur Hütte. Dort gab es erstmal eine schöne warme Suppe und ein Radler. Dann überlegte ich mir, was ich mit dem Angefangen Tag machen sollte. Mein weitere Weg führte mich ja zur Kemptner Scharte, das Ende oder Anfang, wie man's nimmt; des Mindelheimer Klettersteiges. Da ich mir aber bewusst war, das dieser Klettersteig wohl noch etwas zu schwer sein dürfte, wollte ich aber versuchen, zumindest bis zum Kemptner Kopf zu kommen.

 

Das gelang mir dann auch. Die letzten 2 Höhenmeter muss man allerdings klettern, was rauf auch kein großen Problem war, nur wie wieder runter? Zu allem Überfluss begann es auch noch zu hageln und mir kamen die nassen Felsen so glatt vor wie Eis. Da ich aber alleine war, konnte ich mir alle Zeit der Welt nehmen und kam dann auch die 2 Meter wieder sicher runter und konnte mit meinen Abstieg ins Wildenbachtal beginnen. Nach ein paar Stunden, ich weiß nicht mehr wie lange ich gebraucht hab) kam ich dann wieder im Tal an.

Mein Weg Rund um das GaißhornAlles im allem war es ein wunderschöner Tag und ein sehr schöner Rundweg. Das Wetter spielte zwar nicht ganz mit, aber daran sollte ich mich die nächsten Jahre gewöhnen. Für ambitionierte Bergwanderer kann ich diese Runde nur empfehlen, auch wenn es kein großer Berg ist. Dafür hat man eine tolle Sicht auf den Widderstein(die man natürlich nicht hat, wenn man drauf steht). In den nächsten Jahren werde ich aber auch die Besteigung des Widdersteins mal mit in die Planung nehmen.

Die Namensgebung des Gaishorns nicht nicht ganz eindeutig. So existieren u.a. die folgenden Bezeichnungen für den Berg:

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